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Steuern für Gründer und Unternehmen

Welche Steuern eine UG oder GmbH zahlt — Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer — und welche Fristen und Pflichten dazugehören.

Die folgenden Inhalte sind eine Zusammenstellung öffentlich verfügbarer Informationen, ergänzt um eigene Erfahrungen aus dem Aufbau und Betrieb der Vertex Holding UG. Sie ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Für rechtsverbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen Notar, Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Die Empfehlungen für Werkzeuge und Dienste sind unverbindliche Hinweise. Es bestehen keine Werbe- oder Provisionsverhältnisse zu den genannten Anbietern.

Stand: Juni 2026. Gesetze, Verfahren und Anbieter ändern sich. Wir bemühen uns um Aktualität, übernehmen aber keine Gewähr. Transparenz-Erklärung lesen

Eine UG (haftungsbeschränkt) wird steuerlich wie jede andere Kapitalgesellschaft behandelt — die Regeln sind dieselben wie bei der . Auf Ebene der Gesellschaft fallen im Kern vier Steuerarten an. Hinzu kommt die Besteuerung beim Gesellschafter, sobald Gewinne ausgeschüttet werden.

Die Steuerarten auf Ebene der Gesellschaft

Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag

Die beträgt 15 Prozent des zu versteuernden Gewinns (§ 23 KStG). Darauf kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent — bezogen auf die Steuer, nicht auf den Gewinn, also effektiv 0,825 Prozent. Kapitalgesellschaften zahlen den Solidaritätszuschlag weiterhin; die Abschaffung für die meisten Privatpersonen gilt hier nicht. Zusammen sind das 15,825 Prozent.

Gewerbesteuer

Die hängt vom Standort ab. Bundesweit gilt eine Steuermesszahl von 3,5 Prozent, die die Gemeinde mit ihrem Hebesatz multipliziert. In München liegt der Hebesatz bei 490 Prozent (Stand 2026) — das ergibt eine effektive Belastung von 17,15 Prozent. Im Umland ist es teils deutlich weniger, in Grünwald etwa 240 Prozent. Anders als Personengesellschaften haben Kapitalgesellschaften keinen Gewerbesteuer-Freibetrag.

Umsatzsteuer

Die ist ein durchlaufender Posten: Die UG schlägt 19 Prozent (ermäßigt 7 Prozent) auf ihre Leistungen auf, zieht im Gegenzug die aus Eingangsrechnungen ab und führt die Differenz ans Finanzamt ab. Wirtschaftlich belastet sie das Unternehmen nicht, sie ist Verwaltungsaufwand. Wer die nutzt (bis 25.000 Euro Vorjahresumsatz, bis 100.000 Euro im laufenden Jahr), weist keine Umsatzsteuer aus, kann dafür aber auch keine Vorsteuer ziehen.

Lohnsteuer

Sobald die UG Gehälter zahlt — auch an den Geschäftsführer — führt sie Lohnsteuer und Sozialabgaben ab. Das betrifft jede UG, deren Geschäftsführer angestellt ist und ein Gehalt bezieht.

Überblick

Körperschaftsteuer15 %Gewinn der GesellschaftVorauszahlung quartalsweise, Erklärung jährlich
Solidaritätszuschlag5,5 % der KSt (≈ 0,825 %)Körperschaftsteuermit der Körperschaftsteuer
Gewerbesteuer3,5 % × Hebesatz (München: 17,15 %)GewerbeertragVorauszahlung quartalsweise
Umsatzsteuer19 % / 7 %Umsatz (durchlaufend)Voranmeldung monatlich oder quartalsweise

Was vom Gewinn übrig bleibt

Für eine UG mit Sitz in München summieren sich Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer auf rund 33 Prozent des Gewinns. An Standorten mit niedrigerem Hebesatz liegt die Gesamtbelastung näher an 30 Prozent. Das ist die Belastung auf Ebene der Gesellschaft — bevor Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet werden.

Geplante Änderung: Mit dem Investitionssofortprogramm von 2025 sinkt die Körperschaftsteuer ab 2028 in Stufen von 15 auf 10 Prozent (2032). Für 2026 und 2027 bleibt es bei 15 Prozent.

Ausschüttung an die Gesellschafter

Bleibt der Gewinn in der UG, ist er mit den rund 33 Prozent abgegolten. Wird er an eine natürliche Person ausgeschüttet, fällt zusätzlich Abgeltungsteuer an: 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag, also 26,375 Prozent (gegebenenfalls plus Kirchensteuer).

Anders, wenn die Anteile an der UG von einer gehalten werden: Schüttet die Tochter an die Mutter aus, greift das nach § 8b KStG — 95 Prozent der Dividende bleiben auf Holding-Ebene steuerfrei, nur 5 Prozent gelten als nicht abziehbare Betriebsausgabe. Die effektive Belastung der durchgeleiteten Gewinne liegt dann bei etwa 1,5 Prozent. Das ist der steuerliche Kern der Holding-Struktur, sinnvoll vor allem, solange Gewinne reinvestiert und nicht sofort privat entnommen werden.

Geschäftsführer-Gehalt und verdeckte Gewinnausschüttung

Das Gehalt des Geschäftsführers mindert als Betriebsausgabe den Gewinn der UG. Damit das Finanzamt es anerkennt, muss es einem Fremdvergleich standhalten — angemessen, im Voraus klar vereinbart, tatsächlich gezahlt. Überhöhte oder rückwirkend vereinbarte Bezüge wertet das Finanzamt als verdeckte Gewinnausschüttung: Sie erhöhen den steuerpflichtigen Gewinn und werden zusätzlich beim Gesellschafter wie eine Ausschüttung besteuert. Dasselbe Risiko besteht bei Verträgen zwischen der UG und ihrem Gesellschafter zu nicht marktüblichen Konditionen.

Pflichten und Fristen

  • Umsatzsteuer-Voranmeldung über : in den ersten beiden Jahren monatlich, danach je nach Höhe monatlich oder quartalsweise
  • Körperschaft- und Gewerbesteuer-Vorauszahlungen: quartalsweise, auf Basis des erwarteten Gewinns
  • aus Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung: UGs sind zur doppelten Buchführung verpflichtet, eine genügt nicht
  • E-Bilanz: elektronische Übermittlung des Abschlusses ans Finanzamt
  • Offenlegung im : verpflichtend; unterbleibt sie, drohen Ordnungsgelder
  • Steuererklärungen für Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer: jährlich, mit Steuerberater meist bis Ende Februar des übernächsten Jahres

Was sich 2026 geändert hat

  • Investitions-Booster: Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027 angeschafft werden, ist eine degressive Abschreibung von bis zu 30 Prozent möglich — das zieht Abschreibungen vor und senkt früh den steuerpflichtigen Gewinn.
  • Kleinunternehmer-Grenzen: seit 2025 bei 25.000 Euro im Vorjahr und 100.000 Euro im laufenden Jahr; bei Überschreiten der 100.000 Euro entfällt die Regelung sofort.
  • Forschungszulage: ab 2026 deutlich ausgeweitet, relevant, sobald die UG eigene Entwicklung betreibt. Details unter Förderungen.
Stand: Juni 2026. Steuersätze, Hebesätze und Fristen ändern sich. Diese Übersicht ersetzt keine steuerliche Beratung — für die konkrete Gestaltung gehört ein einbezogen.

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Stand: Juni 2026